Archive for Mai, 2010

Ernie´s back in town

So schnell kann´s gehen. Und ja, es geht tatsächlich alles mal wieder viel, viel zu schnell. Da saß ich noch in Auckland und hab heimlich, still und leise den letzten Blogbericht verfasst, und ein paar Tage später, bin ich auf der anderen Seite der Kugel wieder aufgetaucht. Neuseeland, ein Traum. Das nächste mal mindestens doppelt so lange um alles genau anzuschauen. Ein Monate geht um das Wichtigste zu sehen, man ist aber doch schon ziemlich im Stress dabei! Ich konnte natürlich nicht offiziell schreiben, das ich schon wieder in Auckland bin, von wo ich dann für die letzten Tage nach Südkorea gestartet bin. Dort hab ich bei meiner ehemaligen Stuttgarter Mitbewohnerin gewohnt. Echte Koreanerin, die mich mit ihrer ganzen Familie herzlich empfangen und mir ihre Hauptstadt Seoul auf´s ausführlichste, vorgestellt hat. Es war sehr interessant wieder einen völlig anderen Teil von Asien zu erkunden. Quasi schon fast in Japan habe ich festgestellt, dass Südkorea doch schon sehr, sehr westlich orientiert ist. Alles hochmodern, Riesige Flatscreens überall, alle laufen mit mindestens 2 Handys durch die Gegend… Aber natürlich entgeht einem nicht, dass man in Asien ist. Das Chaos auf der Strasse, die asiatisch aussehenden Menschen, Die Schriftzüge, und die mehr oder weniger leckeren “Köstlichkeiten” (Gegrillte Tintenfisch arme, zäh wie Gummi oder Schmetterlingslarven die stinken wie noch was) die auf der Strasse verkauft werden. Seoul eignet sich super zum Shoppen und die Kultur kommt in den verschiedenen Tempeln, von denen einer sogar UNESCO Weltkulturerbe ist, nicht zu kurz. Wir hatten jedenfalls jede Menge Spaß und ich war froh eine so super “Reiseführerin” dabeizuhaben. So konnte ich die besten Plätze und das leckerste Essen in meine Reiseerinnerungen mitnehmen. Denn ganz allein wär das glaube ich nicht so einfach gewesen. Seoul ist riesig und so wie in Australien sind die hier in keinster Weise auf Backpacker eingestellt.

Am 10. gings dann also zum Flughafen und ein 10,5 h langer, sehr angenehmer Flug, mit diesmal gutem Essen und den tollsten neuen Kinofilmen, hat mich dann abends heil und gespannt, nach Deutschland zurückgebracht. Also der Flieger aufsetzte kamen dann nochmal die Tränen, denn es war klar, nun gibt´s kein zurück, und alles ist vorbei. Fast 8 Monate voller aufregender Erlebnisse, Länder, Kulturen, Menschen und Erfahrungen… Es bleibt nur die Erinnerung. Oh Australien…

Die Überraschungsaktion in Deutschland ist geglückt. Natürlich wollte ich aber schon auch irgendwie am Flughafen empfangen werden. Mein lieber Bruder hat diesen Part glücklicherweise übernommen und stand dann also mit einer deutschen Brezel für mich, bereit. Die Fahrt nach Mundelsheim über die Autobahn wo wir dann gleich mal die Stephi getroffen haben (die ja eigentlich auch zum Flughafen kommen wollte. Sie war nämlich die 2. Eingeweihte. Leider aber war die lieber Stephi mal wieder ein bisschen zu spät :) Macht aber nix. Muss man erst mal hinkriegen sich dann auf der Autobahn zu treffen.

Daheim, alles geplant Auto extra in der Nachbarstraße geparkt, heimgeschlichen: Niemand da. Egal, rein, Haus wieder abgeschloßen, Schuhe versteckt, Licht aus und im Zimmer gewartet. Nach langem Warten und kleineren Komplikationen kamen Mutter und Vater dann auch endlich daheim an. Wie das perfekt zum Plan gepasst hat, gleich die Treppen hoch ich reiss die Zimmertür auf und Tataaaa: Da standen wir beide und die Überraschung war geglückt. Auch einige vom Rest wurden noch ein bisschen erschreckt als ich plötzlich vor deren Tür stand. Die Gesichter hätte man echt aufnehmen sollen. Da stecken sie noch in der Planung für mein Heimkehrfest und dann steh ich vor der Tür. Naja, somit hab ich jedenfalls allen Arbeit abgenommen. Die Willkommensparty steigt dann mal eben noch irgendwann im Sommer :)

So ist das nun also, seit 2 Wochen bin ich schon wieder hier und ich kam nicht dazu, einen abschlißenden blogbericht zu verfassen. Das liegt ganz einfach daran, dass man sobald man wieder in Deutschland ist, auch sofort wieder im Streß steckt, obwohl man eigentlich nicht mal was richtiges zu tun hat. Danke Deutschland. Bei meiner ersten Autofahrt wurde ich gefühlte 16 mal angehupt, im H&M musste ich geschlagene 20 minuten warten bis ich in die Umkleide kam, Menschen auf der Staße schauen einen verwirrt an wenn man sie grüßt ( man frage sich was die machen würde wenn man auch nocht “Wie geht´s?” dranhängen würde, so wie das in Australien und Neuseeland eben üblich ist), ach und ja. Nicht zu vergessen war natürlich das wundervolle Wetter das mich hier empfangen hat. Gleich mal ordentlich die Wintergarnitur angeschmissen und grau in grau war somit auch mein inneres Ich! Gina tu´s nicht. Bleib wo du bist, so lange du kannst und solange du willst!!!! Seit 2 Tagen deutscher Sonnenschein und die Laune hebt sich langsam. Laaaaaaaaaaaaaangsam. Es wird wohl einfach seine Zeit dauern bis man wieder richtig “Daheim” ist. Natürlich war die Wiedersehensfreude riesig, aber ganz ehrlich, dass ich so schnell, schon so richtig schlimmes “Heimweh” nach Australien krieg, hätt ich echt nicht gedacht. Es bleiben 7000 Fotos und andere Erinnerungen, Freundschaften und Veränderungen, die man hoffentlich beibehalten kann. ich kämpfe gegen die Ungeduld und gegen schlechte Laune und freue mich auf den hoffentlich vorhanden Sommer in meinem Heimatland. Im Garten hängen dank Mama die riesige Australienflagge, und nebendran wehen die anderen besuchten Länder im Kleinformat. Das ist schön. Und wenn man auf der Weltkarte so anschaut wo man alles war… schon irgendwie schwer vorstellbar. Es ist schwierig dir Fragen zu beantworten… “Wie war´s?” “Gut!” Toll. Meistens sind die Leute damit erstaunlicheriweise zufrieden. Und wenn man mehr erzählt fehlt nach einiger Zeit die Motivation da ich weiss, dass der Zuhöhrer eh nicht nachvollziehen kann, was man genau ausdrücken möchte. Aber vielleicht muss das ja auch garniemand …! Ich bedanke mich für´s Lesen und natürlich jeden einzelnen Kommentar. Es gibt nichts schöneres als zu wissen, dass sich die Daheimgebliebenen für  die Abenteuer und Erlebnisse interessieren. und ich kann und will euch alle nur dazu ermutigen, zumindest die, die noch nicht losgezogen sind: Die Welt ist groß, die Welt ist schön und voll von vielen Dingen. Und es ist wirklich nötig, dass sie jemand findet (Das wusste schließlich schon Pipi Langstrumpf).

Die Bilder hier auf´m Blog werden bald von der gesamten Reise erneuert werden und vielleicht wird er ja auch weitergehen. Denn genau genommen ist das alles ja nie richtig zu Ende. Die ganz große Reise geht  immer weiter, and Ernie´s back in town!

Zwei Inseln, Ein Paradies!

Man muss schon sagen, unser Schoepfer hat seine gesamte Kreativitaet wohl nirgends so kompakt und atemberaubend niedergelassen wie auf diesen wunderbaren Stueckchen Erde! Nachdem ich also in Wellington (aaahhh, ich will zurueck) auf die Faehre gejumped bin, war ich gespannt, was denn noch schoeneres kommen kann. Und tatsaechlich, ich wurde nicht enttauscht. Die letzten beiden Wochen waren einfach nur vollgepackt mit wunderbaren Landscapes… unbeschreiblich. Straende, Regenwaelder, Gletscher, Berge, Seen, Huegel… Ich und die restlich Verbliebenen der Gruppe sind also in Picton einem neuen Bus zugestiegen, mit dem hammer Busfahrer. Einer dieser Menschen der einfach durchgehend Schwachsinn reden kann. Unglaublich talantierter Mann. Leider, leider kam ab dem ersten Tag auf der Suedinsel aber auch der erste Tag Regen. Nach 2 Wochen um die 24 Grad und Sonne: Rumpsfallara, ca. mal eben 10 Grad weniger und Regen. Es war auch nicht so, dass es eben mal ein bisschen oder fuer ein paar Stunden geregnet hat. Nein! Es hat in Stroemen gekuebelt und das ganze 5 Tage lang! 5 Tage!!! Ich mein hey, ich hatte die letzten 7 Monate quasi Dauersonnenschein und vielleicht 5 Regentage insgesamt. Das war dann wohl die Reuckzahlung! Fuer viel Sonne, gibts nun eben viel Regen! Anfangs hab ich mich sogar gefreut weil meine Regenjacke, die ich schon seit Beginn der Reise mit mir rumtrage, endlich mal Beweisen konnte was sie so drauf hat (Respekt… fuer die ersten Stunden wars ok) und ausserdem fand ich diese Regentropfen echt auch mal wieder nett. Das Bloede war einfach nur, dass auf der Suedinsel die meiste Zeit eben Wandern angesagt war. Vor einigen Tagen hat mir sogar jemand erzaehlt, dass es im regenreichsten Gebiet Neuseelands letzte Woche an einem Tag, doppelt so viel geregnet hat, wie in ganz London in einem Jahr! Genau deshalb waren auch alle Seen total ueberflutet und die Menschen in Queenstwon waren zeitweise mit dem Boot auf der Strasse unterwegs. Im traumhaften “Abel Tasman National Park” jendenfalls ( Herr Abel Tasman war der erste Weisse der Neuseeland vom Meer aus entdeckt hat… kam aber nicht am Land wegen einer kleiner.., oder auch groesseren, Schiesserei mit ein paar Maoris. Den Part mit dem an Land kommen hat ihm unser lieber Freund James Cook dann 1769 weggeschnappt) wurde also durch den Regen gelatscht. Es war trotzdem schoen. Jeder Baum, jedes Pflaenzchen ist so unglaublich unterschiedlich, man kommt eben wirklich nicht voran beim Spazieren. Und das aufregendste, ein Grossteil des Regenwaldes an der Westkueste Neuseelands ist noch vollkommen unerforscht. Das heisst da koennte jeden Moment noch ein kleines Dschungelvolk auftauchen. Spannnnend ist das! Ausserdem hab ich zwischen all den Iren und Englaendern doch tatsaechlich noch eine andere Deutsche kennengelernt die, haltet euch fest, Ellen aus Bad Waldsee. Eine Metzisheimische, die kann ja nur cool sein :)   Trotz Regen haben wir beschlossen im Zelt zu schlafen, hardcore hahaa!

Die gesamte Westkueste runter also hats geregnet und geregnet… Jeden Tag, jede Stunde, jedes mal wenn ich versucht habe etwas aus dem Fenster zu erkennen… Reeeeeeeeegen! Aber so ist das in Neuseeland! Unser netter Busfahrer hat uns dafuer mich interessanten Geschichten bei Laune gehalten. Auf jeden neuseelaendischen Einwohner z.B. kommen ganze 13 Schafe! Die neuseelaendischen Schafe sind uebrigens viel schoener als die Deutschen… finde ich!

Weiter gings nach Barrytown wo so ziemlich gar nix los war. Der Ort hat 40 Einwohner und wir haben mit usnerem Bus dann mal eben fuer eine Nacht die Einwohnerzahl verdoppelt! Aber der Strand war atemberaubend schoen (trotz Regen). Spannend hingegen wurds dann aber am Tag danach als wir in Franz Josef ankamen. Bekannt fuer seinen grossen Gletscher. Wir also auf zur Tageswanderung und es war der reinste Horror. Die geliehenen Schuhe die man mit diesen Eisenteilen fuer die Wanderung benoetigt, waren schon von Beginn an nass und die Regenjacken haben eben auch nur ein bis zwei Stunden gehalten. Ich hab gefroren wir ein Frosch im Winter… oder ein Frosch auf dem Gletscher! von 9 Uhr morgens bis 17.00 Uhr sind wir komplett nass ueber den Gletscher gestapft. Um uns herum, Sturm, und Regen, Wasserfaelle… Und zum Hoehepunkt hats dann ganz oben auch noch richtig gewittert und gehagelt (Ich hab mich gefuehtl als haette ich eine Nebenrolle fuer den neuen “Ice Age” Film gewonnen.) Toller Preis uebrigens. Aber kein Manni kam um mich zu vor dem Erfrierungstod zu retten! Wir haben uns also durchgekaempft und ich muss sagen, wenn das Wetter schoen ist, dann waere so eine Gltescherbesteigung auch absolut weiterzuempfehlen. Wir durften uns noch in ein tiefes Eisloch abseilen  was ziemlich cool war. Ueberall Eis, meter hoch und ausserdem hats da unten mal fuer ein paar Minuten nicht geregnet :)   Zurueck im Hostel durften wir wunderbarerweise mal wieder kostenlose Whirlpools geniessen. Die Neuseelaendischen Hostels haben den Australischen wirklich einiges vorraus! Die letzten Tage haben wir dann in Queenstown (der Welt Bunjy Stadt) verbracht. Der Hoechste Sprung, 135 m, das bedeutet 8 sec freier Fall!  Nein, ich bin nicht gesprungen. Sehr viel Geld fuer sehr viel Angst und nach wenigen Sekunden ist alles vorbei und man will wahrscheinlich gleich nochmal. Wir haben lieber einen wunderbaren Tag am See verbracht denn: Die Sonne war zurueck! Queenstown ist herrlich und im Winter eine der wohl besten Skiorten der Welt. Total schoen da, wirklich! Ausserdem gibts bis zu 300 Clubs und Bars und Neuseelands Alternative Musik-Szene hat mich wieder begeistert mit wunderbaren Tanznaechten!

Der weitere Hoehepunkt war der Ausflug ins Fjordland zum Milford Sound. Nicht in Worte zu fassen. Berge so hoch, Wasser, so blau und klar und fette Robben die auf den Felsen schlafen!

Die Fahrt von Queenstown nach Christchurch war dann bei strahlendem Sonnenschein mal wieder gepraegt von atemberaubenden Landschaftsbildern… Diese Berge mit den weissen Schneetuepfelchen… erinnert mich immer an diese Schokolade. Wie hiessen die nochmal, Mount irgendwas! Christchurch war dann mal wieder einfach eine “grosse” neuseelaendische Stadt mit 1000 Hostels und einer wirklich sehr schoenen Kirche. Dem Christchurch Cathedral! Ich wuerde sagen, Wer nicht selbst mal nach Neuseeland reist, ist selber schuld!

Meine Heimreise rueckt naeher und naeher und das ganze zu realisieren faellt mit grade ziemlich schwer. Ich weiss schon wie das alles enden wird: noch ein paar mal blinzeln, Vor Korea noch ein paar mal gesunde Luft einatmen und schneller als gedacht, sitze ich schon wieder in good old Muheim City und frage mich, wo die letzten Monate geblieben sind. Vollbebackt mit wunderbaren Erinnerungen an Landschaften, Lieder, Bilder, Gerueche, Geschmaeckern, Momente, Menschen und Gefuhle… Das Reisen stellt schon was an mit einem… packt eure Backpacks meine Lieben, es gibt keine bessere Lebensschule. Macht euch auf und travelt durch die Welt! Kiora!

Im April vom Leben gelernt:

1. In Brisbane faellt das Atmen schwerer

2. In Neuseeland ist und heisst an und fuer sich einfach jeder und alles “Kiwi”

3. 160 mio Possums sorgen dafuer, dass taeglich 4000 Jungtannen sterben

4. Was in Australien Football war, ist hier Rugby, nur schlimmer

5. Wellington ist wunderbar

6. Dauerregen nervt

7. Die Berge des Milford Sound reichen im Durchschnitt noch ca. 300 m tief unter dem Wasserspiegel

8. Jeder zweite Neuseelandreisende ist aus Irland und somit kaum zu verstehen

9. Neuseelaendische Menschen sind entspannt, hilsbreit und unglaublich gut zu verstehen

10. Je naeher die Heimreise rueckt, desto verwirrter wird man!

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